Ratgeber
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Abrissarbeiten im Innenbereich – was erlaubt ist und worauf man achten muss
Sicherer Rückbau ohne Schäden an angrenzenden Bauteilen.
Einleitung
Abrissarbeiten im Innenbereich gehören bei vielen Renovierungen und Umbauten dazu. Ob alte Wände entfernt, Böden zurückgebaut oder Decken geöffnet werden – fast jedes Sanierungsprojekt beginnt mit einem fachgerechten Rückbau.
Doch Vorsicht: Nicht jede Wand darf einfach abgerissen werden. Fehler beim Innenabriss können zu statischen Problemen, Bauschäden oder hohen Folgekosten führen. Auch Staub, Lärm und Entsorgung sind wichtige Themen, die oft unterschätzt werden.
In diesem Beitrag erfahren Sie, was im Innenbereich erlaubt ist, welche Risiken bestehen und worauf Sie bei Abrissarbeiten unbedingt achten sollten.
1) Tragende oder nicht tragende Wände – der wichtigste Unterschied
Bevor überhaupt mit dem Abriss begonnen wird, muss geklärt werden, ob eine Wand tragend ist.
Nicht tragende Wände
Diese dienen nur der Raumaufteilung und können in vielen Fällen entfernt werden.
Typisch:
leichte Trennwände
Trockenbauwände
dünne Ziegel- oder Gipswände
Tragende Wände
Diese tragen Lasten aus Decken, Dach oder oberen Stockwerken.
Typisch:
massive Beton- oder Stahlbetonwände
dicke Mauerwerkswände
Wände im Gebäudekern
⚠️ Wichtig:
Das Entfernen tragender Wände ist genehmigungspflichtig und nur mit statischem Nachweis erlaubt. Ohne Fachplanung drohen schwere Gebäudeschäden.
2) Genehmigungen und rechtliche Vorgaben
Nicht jeder Innenabriss ist automatisch erlaubt. Je nach Gebäude gelten unterschiedliche Vorschriften.
Wann eine Genehmigung nötig ist
bei Eingriffen in tragende Bauteile
bei Veränderungen an der Gebäudestruktur
bei denkmalgeschützten Gebäuden
bei größeren Umbauten in Mehrfamilienhäusern
In Mietwohnungen
Mieter dürfen keine tragenden Bauteile oder festen Einbauten ohne Zustimmung des Vermieters entfernen.
Eigentumswohnungen
Hier ist oft die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft notwendig, vor allem bei tragenden Teilen.
Profi-Tipp:
Im Zweifel lieber vorher klären – Genehmigungen nachträglich einzuholen ist meist teuer.
3) Leitungen und Installationen vor dem Abriss prüfen
Ein häufiger Fehler: Wände werden geöffnet, ohne zu wissen, was dahinter verläuft.
Mögliche Gefahren:
Stromleitungen
Wasser- und Abwasserrohre
Heizungsleitungen
Lüftungskanäle
Wird hier unachtsam gearbeitet, drohen:
❌ Wasserschäden
❌ Stromausfälle
❌ Kurzschlüsse
❌ hohe Reparaturkosten
Deshalb gilt:
Vor dem Abriss immer prüfen lassen, wo Leitungen verlaufen – besonders im Altbau.
4) Staubschutz und Schutzmaßnahmen richtig umsetzen
Abrissarbeiten erzeugen große Mengen an Staub und Schmutz. Ohne Schutz breitet sich dieser im gesamten Gebäude aus.
Wichtige Maßnahmen:
Abkleben von Türen und Durchgängen
Staubschutzwände einsetzen
Schutzfolien auf Böden
Möbel abdecken oder auslagern
Absaugung mit Bausauger
Profi-Wissen:
Feiner Baustaub setzt sich in Elektronik, Lüftungen und Möbeln fest – und ist später kaum vollständig zu entfernen.
5) Gesundheits- und Arbeitsschutz beachten
Beim Rückbau entstehen nicht nur Staub und Lärm, sondern auch gesundheitliche Risiken.
Mögliche Gefahren:
Quarzstaub
alte Dämmstoffe
Schimmelreste
Schadstoffe in Altmaterialien
scharfe Kanten und Splitter
Schutzmaßnahmen:
✔ Atemschutz
✔ Schutzbrille
✔ Handschuhe
✔ Gehörschutz
✔ Sicherheitsschuhe
Gerade bei Altbauten vor 1990 sollte besonders vorsichtig gearbeitet werden, da dort teilweise problematische Materialien verbaut wurden.
6) Fachgerechte Entsorgung von Bauschutt
Abriss bedeutet immer: Entsorgung. Und die ist gesetzlich geregelt.
Typische Abfallarten:
Bauschutt (Ziegel, Beton, Fliesen)
Gipskarton
Holz
Metall
Dämmstoffe
Mischabfall




